Stakeholder Economy

Prof. Klaus Schwab wirbt für ein Modell namens „Stakeholder-Kapitalismus“. Seine Interpretation dieser Wirtschaftsform sowie die Formulierung selbst wurden vielfach diskutiert. Die Davoser Teilnehmer werden für ihr Heuschrecken-Verhalten kritisiert, das die Ressourcen des Planeten zerstört und den Klimawandel verursacht. So ist das neue Davoser Manifest ein Schritt in die richtige Richtung und wir möchten gerne interpretieren, was wir während des Treffens beobachtet haben.

Die Hauptannahme der Stakeholder Economy ist, dass jedes Unternehmen, das mit der Zeit florieren will, nicht nur finanzielle Leistungen erbringen sondern auch zeigen muss, wie es einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet. Folglich müssen Unternehmen allen ihren Stakeholdern zugute kommen, einschließlich Aktionären, Mitarbeitern, Kunden und den Gemeinden, in denen sie tätig sind.

Aber was bedeutet das im Einzelnen? Wie kann öffentliches Interesse in Wirtschaftsorganisationen eingebaut werden? Arbeiter könnten in Gremien sein, um ihre Interessen zu vertreten, aber was ist mit dem Rest der Gemeinde? Wie können wir ökologische und soziale Ziele in Unternehmen einbeziehen?

Da das Konzept eine anthropozentrische Perspektive einnimmt, können einige Gruppen wie die breite Öffentlichkeit als Stakeholder anerkannt werden, während andere ausgeschlossen bleiben. Eine solche Perspektive gibt Pflanzen und Tieren oder auch Boden und natürlichen Rohstoffen keine Stimme als Stakeholder, sondern nur einen instrumentellen Wert in Bezug auf menschliche Gruppen oder Individuen.

Die grundlegende Ökonomie zeigt, dass der Planet unseren linearen Produktionspfad nicht länger tragen kann. Die Kreislaufwirtschaft ist für uns alle eine große Chance und Herausforderung zugleich. Da die Konsequenzen unseres gegenwärtigen Produktionsmodells immer deutlicher werden, schlägt die Circular Economy eine radikal andere Denkweise vor: eine Denkweise, die auch den wirtschaftlichen Wohlstand langfristig sichert. Indem die Ökonomie hinter einem Kreislaufmodell verankert wird, liefert es die theoretische Grundlage, um die Bedingungen für mehr Wohlstand und Umweltschutz weiter zu untersuchen.

Durch die Neuorganisation unserer Wirtschaft nach den Grundsätzen unseres globalen Lebenserhaltungssystems, dem Ökosystem des Planeten Erde, ermöglicht uns die Circular Economy einen kontinuierlichen Wertschöpfungszyklus, in dem nichts verschwendet und die wirtschaftliche, soziale und ökologische Wertschöpfung optimiert wird .

Zirkularität und systemisches Denken stellen unsere derzeitige Denkweise in Frage und spornen uns zum Handeln an. Es ermutigt uns, ob in der Regierung, in der Wirtschaft oder in der Zivilgesellschaft, zirkuläre Strategien zu entwickeln und unsere gegenseitige Abhängigkeit für Systemänderungen anzuerkennen.

Autor: Dr. Hans Meves

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