Nur restlos glücklich

Teil 2 der Serie „Eco-Design für Kunststoffverpackungen und welche Fehler vermeidbar sind“

„Restentleerbarkeit“ – der sperrige Begriff ist ein wichtiges Kriterium beim Design von Kunststoffverpackungen. Noch allzu oft wird er aber nicht berücksichtigt. Das ist nicht nur für uns Verbraucher*innen ärgerlich, sondern auch für die Recycler.

Wer kennt das nicht: Trotz Anstrengung bleibt noch ein Rest in der Shampooflasche, in der Speiseölflasche, in der zu harten Zahnpasta Tube oder in der Bodylotion Flasche mit Spendiervorrichtung. Für Nutzer ein Ärgernis, weil sie nicht das gesamte Produkt restlos nutzen können. Für Kunststoffrecycler ein großes Ärgernis, weil Reste in Verpackungen es erschweren, daraus hochwertige Recyclingkunststoffe für neue Produkte herzustellen.

Speise- und sonstige Füllgutreste in Verpackungen können in der Recyclinganlage einiges an Schaden anrichten. Sie können zu Verklebungen führen, verschmutzen das Wasser, das wieder aufwändig gereinigt werden muss und sie führen zu Gas- und Geruchsbildung. Das macht den Recyclingprozess unnötig teuer und das Endprodukt, das Regranulat, minderwertig.

Es gibt derzeit noch zwei große Hindernisse für ein hochwertiges Kunststoffrecycling: Farbe und Geruch. Häufig haben Regranulate einen typisch seifigen Geruch, der aber in vielen potenziellen Anwendungen ein Ausschlusskriterium ist. Es gibt einige technische Versuche, den Geruch zu beseitigen. Eine wirklich funktionierende und vor allem wirtschaftliche Lösung wurde aber noch nicht entdeckt. Dabei lässt sich der Aufwand weitgehend vermeiden, wenn die Verpackung so gestaltet ist, dass sie restlos entleert werden kann. Eine gesetzliche Vorschrift, wie viel Rest in einer Verpackung zulässig ist, gibt es nämlich (noch) nicht. Solange können wir Verbraucher*innen nur helfen, indem wir zu Produkten im Regal greifen, deren Verpackungen ein vollständiges Aufbrauchen des Inhalts ermöglichen.

Keine Kommentare vorhanden

Einen Kommentar schreiben