Sternenartiges Lichtsystem in einem Treppenhaus

Tools: Circular Thinking ist Systems Thinking

Wie können wir einen positiven Einfluss auf Zustände ausüben, die wir gerne verändern wollen? Sind wir überhaupt dazu in der Lage, oder ist die Welt, sind die Problem und Zusammenhänge zu komplex, als dass wir überhaupt etwas bewirken könnten? Wie könnten wir den Klimawandel verhindern oder mit den anstehenden Veränderungen umgehen? Was macht uns resilient, also Krisen fest? Die Methoden des Systems Thinking sind eine gute Grundlage.

 

Welches sind die Methoden des Systems Thinking?

Da ist zum Beispiel die Methode des Feeback-Loop, welche richtig angewandt entweder zu einer positiven Balance und Selbstkorrektur oder anders auch zu einer Verstärkung der negativen Effekte des Systems führen kann, wenn das System und seine Wirkweise nicht richtig verstanden wurden.

Durch das Grundverständnis weniger allgemeingültiger Charakteristika von Systemen wird auch ein Lösungsverständnis zur Einflussnahme auf ein System hergestellt. Diese wenigen allgemeinen Eigenschaften von Systemen finden sich in unserem kleinen Video wieder:

Video zu den Methoden des Systems Thinking

 

  1. Vernetzung / Interconnetedness
  2. Systementstehung/Emergence
  3. Synthese
  4. Systemelemente stehen in Beziehung / Relationships
  5. Permanente Bewegung – From linear to circular
  6. Vom Einzelnen zum Ganzen – From parts to wholes
  7. Systemdarstellung – Systems mapping

 

 

Infografik Systems Thinking Connectedness

In Systemen sind alle Elemente miteinander in (1) Netzwerken verbunden, wobei dies sich hier auf biologisch wissenschaftliche Erkenntnisse bezieht. Biotope werden gerne als Beispiele für die gegenseitigen Abhängigkeiten angeführt, in denen jedes Lebewesen von anderen abhängt, und durch präzise Anpassung an die Umgebung sein Überleben sichern kann. Die Methode des Systems Thinking offenbart, dass auch Objekte in diesem Sinne abhängig sind: Ein Stuhl aus Holz kann nur gebaut werden, wenn vorher der Baum wachsen konnte. Ressourcen, Bodenschätze, Erdöl – all das hat die Natur in Jahrmillionen entstehen lassen, damit wir es heute nutzen können. Wenn wir nun die Abhängigkeiten der Elemente, Lebewesen und Strukturen der Natur kennen lernen und ihre ungeschriebenen Regeln systemisch entdecken können, hilft uns diese Kenntnis im biologischen Einklang zu leben, zu arbeiten, zu produzieren. Das Systemische Denken als Technik will die Gesetze der Vernetzten Natur ergründen und diese beim Design von neuen Dingen berücksichtigen.

Aus Systemperspektive wissen wir, dass größere Dinge aus kleineren Teilen entstehen und das (6) Einzelne zum Ganzen wird: (2) Emergenz ist dabei das natürliche Ergebnis, wenn Dinge zusammentreffen. Ganz abstrakt beschreibt Emergenz ein universelles Konzept der Entstehung von Leben aus biologischen Elementen auf diverse und einmalige Art und Weise.

Emergenz ist also das Ergebnis der Synergien von Elementen oder Teilchen. Es geht um nicht-lineare Selbstorganisation des Zusammenspiels verschiedener Systemvoraussetzungen, die gerade auch durch andere Lebewesen bedingt werden.

Wissenschaftler strukturieren ihre Arbeit, dabei bilden (3) Analyse und Synthese zwei wichtige Methoden des Systems Thinking ab. Ohne Analyse der Einzelteile ist auch keine Synthese möglich. Bei System Denken kommt es aber gerade auf die Synthese, also das Zusammenspiel aller Einzelelemente an. Es bedeutet daher, permanent in noch so kleine Details hinein zu zoomen, um diese Kenntnis für den Gesamtbau des Systems zu verstehen und einzuordnen. Hierbei können scheinbar unscheinbare, unwichtige Kleinigkeiten von außerordentlich wichtiger Relevanz für das System sein. Ein Wegfall dieser Eigenschaft, Strukturen oder Lebewesen mit diesen Eigenschaften kann das gesamte System zum Einsturz bringen. Ein Beispiel ist das Artensterben und seine Bedeutung für unzählige Ökosysteme – heute ist uns die volle Bedeutung des Artensterbens noch nicht bewusst. Wenn wir es nicht verhindern, sind wir Menschen möglicherweise am Ende die letzte Art, die dann auch stirbt.

Dieses Beispiel zeigt, dass (4) Beziehungen unter den Elementen, Systemen oder Lebewesen eine weitere Ebene der Betrachtung darstellen. Wir wissen, dass es Faktoren zur Stärkung von Beziehungsebenen gibt und welche, die sie schwächen. Am besten ist dies zwischen uns Menschen durch die Medizin, Psychologie, Soziologie und Politik erforscht. Tatsächlich gehen wir heute aber davon aus, dass es auch unter Tieren Beziehungen gibt. Ob Bienen, Ameisen oder Fischschwärme – sie alle teilen die Eigenschaft der Menschen, in großen Ansammlungen zu leben. Und von trauernden Walen oder Haustieren wissen wir, dass sie auch Emotionen haben. Es ist davon auszugehen, dass uns mehr mit den Tieren eint, als uns unterscheidet. Diese Tatsache führt uns die ungeheuerlichen Wissenslücken über die Tierwelt bzw. Beziehungswelten von Lebewesen erst richtig vor Augen. Millionen von Lebewesen sind nicht erforscht, auch nicht ihre Beziehungen, eine unglaubliche Erfahrung liegt also noch vor uns.

(5) Alles ist immer in Bewegung: Luft, Wasser, Temperatur, Teilchen. Zustände sind nie linear und gleichförmig, können aber stabil und vorhersehbar sein. Auch das Kippen von Systemzuständen kann vorhergesagt werden, so wie wir dies mit dem Klimawandel befürchten. Allerdings wird die Ausprägung des Kippeffektes nicht exakt zu bestimmen sein, dafür kennen wir nicht alle Systemeigenschaften. Den permanenten Strom von Elementen, Stoffen, Teilchen oder Material in unsere ökonomische Lebenswelt nach dem Modell der Natur zu Übertragen und dabei das Systemische Denken als Ansatz zu nutzen, ist unser Ziel.

Zuletzt ist eine neue Technik, Systeme und ihre Eigenschaften in sogenannten (7) Maps darzustellen. So kann Verhalten von Lebewesen über eine Dauer dargestellt und über andere Ereignisse anderer Einflussgrößen über die Zeit analysiert werden. Im Eisbergmodell werden Ereignisse, Muster, Strukturen oder Modelle analysiert und dargestellt. Kausale Loop Diagramme beschreiben Rückkopplungseffekte und ihre Ausprägung und verbundene Kreislaufdiagramme zeigen Ströme von Stoffen oder Materialien auf. Das Life-Cycle-Assessment ist eine derartige Methode, mit der heute auch der Circularity-Faktor gemessen werden kann.

2 Kommentare
  • Michael Glaab
    Veröffentlicht 21:49h, 26 September Antworten

    Dieses Thema interessiert mich sehr. Vor allem das Eisbergermodell.

    • Jutta Bruns
      Veröffentlicht 10:08h, 02 Oktober Antworten

      Hallo Herr Glaab, wir freuen uns über Ihr Interesse. Können wir sonst etwas für Sie tun? Kontaktieren Sie uns gerne direkt über info(@)eveline-lemke.de.

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