Stau bei Nacht

Ethik der Mobilität setzt kreislaufgerechtes Mobilitätssystem voraus

Die Entwicklung von Systemen, wie die eines neuen Mobilitätssystems, erfordert die Gestaltung von kreislaufgerechten Transportmitteln. Die Vision, dass weder Antriebsmittel noch Materialien, die für ein Transportmittel erforderlich sind, je während ihrer Nutzungsdauer Abfälle für Umwelt oder Klima erzeugen sollen und auch in der nächsten Nutzungsphase wieder verwendbar sind, setzt die Umsetzung des Prinzips RESOLVE (Renewable, Recyclable,Reusable, Remanufacturable,Shareable, Optimised, Closed Material Loop, Virtualized,Exchanged) voraus.

Textbausteine mit Automodell in der MitteDer Trend zur Elektromobilität als saubere Alternative zu Verbrennungsmotoren scheint hier nur an der Oberfläche Lösungen für die bestehenden globalen Umweltherausforderungen zu bieten. Die Einhaltung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erfordert, dass wir nicht nur über den Ersatz der Antriebsmittel (von Benzin und Diesel auf grüne Energie), sondern auch über Ressourcenverwendung beim Transportmittel selber nachdenken. Wesentliche Herausforderungen sind definiert. Dazu gehört der Einsatz von Leichtbaumaterial wie Carbonfasern, für die nur ein unzureichendes Recycling existiert, ebenso wie für Einsatz von Elektronikbauteilen, Kunststoffverwendungen, Verbundmaterialien oder Lithium. Der Lithium Abbau ist zudem nicht unendlich möglich. So wird es schon rechnerisch nie für Lithium-Ionen-Batterien für 10 Milliarden Menschen reichen können. Die Berücksichtigung dieser Frage ist nicht nur eine Rechenaufgabe zur Auskömmlichkeit von Rohstoffen, sondern auch die Aufforderung an Ökodesign. Hier kann das Prinzip Cradle-to-Cradle Lösungen herbeiführen.

Die Ethik der Mobilität erfordert deshalb kreislaufgerechte Transportmittel. Andernfalls werden wir lediglich Umweltprobleme verschieben.

Antwort auf die HOLM-Umfrage „Wie lässt sich wachsender Verkehr im Blick auf das Abkommen von Paris (COP21) klimaverträglich organisieren, und wo sehen Sie den dringlichsten Handlungsbedarf?“ anläßlich der Diskussion „Ethik der Mobilität“ am 03. April 2019 im HOLM

Alle Antworten der Umfrage finden Sie hier.

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