Hand hält Pflanzenkohlestück

Heißer Sommer, glühender Planet – wie wäre es mit „guter“ Kohle und Global Cooling?

Kohle ist schlecht für das Klima, das ist heute Allgemeinwissen. Es gibt aber auch die „gute“ Kohle, mit der wir in der Lage sind, CO2 zu speichern und die uns helfen kann, das Klima wieder abzukühlen. Der Fachverband Pflanzenkohle will jetzt für Aufklärung und Unterstützung für die „gute“ Kohle sorgen.

Dr. Susanne Vester, Vorsitzende des Fachverbandes Pflanzenkohle, hat mir erklärt, was die „gute“ Pflanzenkohle so alles kann und wie sie hergestellt wird:

Darstellung zur Herstellung von Pflanzenkohle

 

„Pflanzenkohle hat viele Eigenschaften! Sie dient als Zusatz in Hautcreme, Futtermittel, Abwasserfilter oder als Dünger, der für bessere Böden sorgt und diese nicht auslaugt. 55 völlig unterschiedliche Anwendungen für die Pflanzenkohle wurden bisher erprobt. Die Vorteile von Pflanzenkohle für die Landwirtschaft sind enorm. Es ist vor allem die feinporöse Struktur und die große innere Oberfläche, die den ökologischen Alleskönner mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten so erfolgreich macht.

 

Landwirte schildern uns immer wieder verschiedenste positive Effekte der Pflanzenkohle in ihren Betrieben. Sie berichten von sinkenden Tierarztkosten und angenehmerem Stallklima bis hin zu weniger Einsatz von chemischen Düngern und Pestiziden auf den Feldern. Und das Stockholm Biochar Project hat gezeigt, dass Bäume, die in Städten mit Biokohle angepflanzt werden, den gerade auch in diesem heißen Sommer besonders schwierigen Bedingungen (hohe Bodenverdichtung, Trockenheit, Belastung durch Emmissionen und Hitze) außerordentlich gut Stand halten können. Da Bäume insbesondere in den Städten in besonderer Weise zum Ausgleich des Kleinklimas beitragen, sichert der Einbau der Biokohle in den Boden um die Bäume langanhaltende Speicherung von Nährstoffen und Kohlenstoff.

Hergestellt wird Pflanzenkohle aus Reststoffen, wie sie in der Landwirtschaft oder der Gärtnerei anfallen: Hecken-, Baum- oder Grasschnitt, aber auch Getreidespelzen und andere Reststoffe werden bei sehr hohen Temperaturen und unter Sauerstoffabschluss karbonisiert. Entscheidend für den späteren Einsatz ist die richtige Auswahl von Pflanzenkohle. Je nach Ausgangsmaterial, Verweildauer in der Glut und Temperatur entstehen Pflanzenkohlen mit unterschiedlichen Wirkungspotenzialen. Das CO2 der Pflanzen bleibt dabei in der Pflanzenkohle gebunden. Damit bearbeitete Böden lagern Kohlenstoff lange ein, stoßen weniger klimarelevantes Lachgas aus und die Nitratauswaschung wird verringert. Dadurch birgt das Material auch für den Klimaschutz und den Umweltschutz große Chancen, den Kohle speichert das für’s Klima schädliche CO2.“

Ähnlich wie bei der Phosphorrückgewinnung bedarf es jedoch noch einheitlicher Regelungen in der Düngemittelverordnung, um auch der „guten“ Kohle im Markt eine Chance zu gönnen.

Der Planet glüht, es wird Zeit für Global Cooling.

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