Circular.Hotspot.de Neue Heimat für Thinking Circular® und FZ-Recycling GmbH & Co. KG

Räume zum Denken und zum Produzieren sind knapp, das haben wir in unserem Wachstumsprozess erfahren. Mit jedem Schritt, den wir machen, wurde auch der Bedarf an Raum größer. So entschlossen wir uns, eine eigene Fläche zu entwickeln. Die Wahl für unseren Geschäftssitz ist mit Blick auf die Zukunft und der Möglichkeit zur Entwicklung getroffen worden. Unsere kleine Gemeinschaft von Start-Ups der Circular Economy hat bewusst den Standort im Industriegebiet Niederzissen ausgewählt, denn hier sind wir zu Hause. So startete FZ-Recycling in Kottenheim, Thinking Circular® hatte seinen ersten Sitz in Sinzig. Zusammen haben wir zuletzt bis Dezember 2019 in der Kapellenstraße 7 in Niederzissen gemeinsame Räume in der alten „Schiele-Halle“ genutzt. Und seit Januar entwachsen wir Schritt für Schritt dem Baustellen Modus an unserem neuen Sitz Im Schülert 13 in Niederzissen.

Die dortige Betriebsstätte mit 600 m2 Produktionsfläche, 300 m2 Sozial- und Bürofläche so wie ca. 2800 m2 Reservefläche für weitere Entwicklung bildet nun unsere betriebliche Heimat. Dabei unterziehen wir unsere Ansprüche an Zirkularität, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz einem Realitäts-Check. Wir wollen glaubwürdig sein und bleiben, was bedeutet, dass die Gebäudestrukturen diesem Anspruch gerecht werden müssen.

Folgende wegweisende Neuerungen in der Bautechnik, konnten wir verwirklichen, die nicht nur den Bauherren, Leif Ziebeil, sondern auch den Architekten und Generalbeauftragten Bauunternehmer weiter nach vorne gebracht hat. Zu unserer Baustelle können wir also Folgendes berichten:

Wie der Ausschnitt unseres Wärmebedarfnachweises zeigt, erreichen wir niedrigste Werte. Unser Ziel war es, eine Plus-Energie-Produktionsstätte zu werden. Dieses Ziel werden wir erreichen und dies sind die Maßnahmen, die dazu führen:

Die Installation einer 99,9 kWp Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes war dabei eine der schnellsten und einfachsten Entscheidungen, selbst produzierter Strom macht unabhängig. Um einen Energiebedarf von 50,5 kWh/(m2a) und damit 5 kWh/(m2a) unter dem Standard für Niedrigenergiegebäude zu erreichen, war viel Nachdenken, Recherchieren, Fragen und nicht zuletzt Geduld notwendig. Entstanden ist ein Konzept aus Nutzung von Erdwärme in vulkanisch-felsiger Region durch Isoliertechnik, ein Niedertemperaturheizystem mit Betonkernaktivierung, eine Pelletheizung, in der eigene Sekundärrohstoffe verwendet werden können und die Möglichkeit, Stromüberkapazitäten zum Heizen zu verwenden. Ein Stromspeicher mit 10 kWh rundet das Energiekonzept ab. Sobald das Gebäude mit Büros und Produktion vollständig bezogen ist, wird ein engmaschiges Berichtssystem das Funktionieren dieser Konzeption überwachen.

Viel Überwachung in der Bauphase und eine gründliche Planung waren notwendig, um ein Gebäude errichten zu können, das am Ende auch wieder in seine Bestandteile zerlegt werden kann. Damit wollen wir dem Anspruch der Zirkularität gerecht werden. Dabei ist das Prinzip ja nicht neu, es gibt zum Beispiel bereits die ISO14025 für Environmental Product Declaration. Im Realitäts-Check entspricht ein zirkulärer Anspruch jedoch eher Neuland und wird unter wirtschaftlicher Betrachtung schnell zur Utopie. In der Zusammenarbeit mit einem Startup wie FZ-Recycling, das sich die Trennung von Verbundstoffen zur Aufgabe gemacht hat, führt dies nicht nur zu Kompromissen sondern zu Lösungen. Innenausbau im Bürotrakt wird zum Beispiel nicht nur in herkömmlicher Trockenbauweise ausgeführt, sondern auch mit Bauteilen in Holzwabenkonstruktion. Der Boden in Büro- und Sozialräumen besteht aus Hochkant-Lamellen-Parkett, ein Abfallprodukt aus der Herstellung von Mosaikparkett aus massivem Holz, das nicht nur eine reizvolle Optik aufweist sondern auch widerstandsfähig und nachhaltig ist. Dabei ist die Dokumentation der verwendeten Materialien und ihrer Zusammensetzung von entscheidender Bedeutung.

Wenn im Juni 2020 alles fertig und komplett bezogen ist, werden wir gemeinsam mit FZ-Recycling unsere Erfahrungen auswerten und in die Planung für die nächsten Bauabschnitte – einen Bürokomplex und eine weitere Produktions- und Entwicklungshalle – einfließen lassen. Eine nachhaltige Zukunft ist unsere Vision, Circular Economy unsere Mission.

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben